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Review von Andrea M-K,
Die Hörspielproduktionen zählen zwar nicht zu den Hochkarätern ihres Genres, dennoch kommt ein wenig Unterhaltung auf und für die ein oder andere Autofahrt sind die Nostalgischen "Schätze" dann doch einsetzbar
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Georges Simenon, Maigret - Die besten Fälle
5 Kriminalhörspiele. Sonderedition
Sprecher: Paul Dahlke, Traute Rose
Bearbeiter: Gert Westphal, Fred von Hoerschelmann
Regie: Heinz-Günter Stamm, Regie: Cläre Schimmel
Produktion: Bayerischer Rundfunk, DeutschlandRadio
5 CD 304 Minuten
ISBN: 3-89813-390-7
Kurzbeschreibung
Georges Simenon schuf einen der populärsten Krimihelden des 20. Jahrhunderts: Kommissar Maigret. Der Kommissar mit Pfeife löst seine Fälle mit einer unvergleichlichen Mischung aus Intuition und Routine. Die legendäre und aufwendig produzierte Maigret-Reihe des Bayerischen Rundfunks mit dem großen Volksschauspieler Paul Dahlke als Maigret wurde mit einem hochkarätigen Ensemble bekannter Schauspieler wie Klausjürgen Wussow, Hans Clarin, Horst Frank u. v. a. in Szene gesetzt. Die Reihe wird ergänzt durch ein fünftes Maigret-Hörspiel von RIAS Berlin/DeutschlandRadio mit Wilhelm Borchert als Kommissar Maigret.
CD 1: Maigret und seine Skrupel
Monsieur Martand ist eine merkwürdige Figur: der auf elektrische Eisenbahnen spezialisierte Spielwarenverkäufer belästigt Maigret mit der fixen Idee, seine Frau wolle ihn vergiften. Gleichzeitig droht er selbst damit, seine Frau umzubringen. Maigret, normalerweise gewöhnt, vollbrachte Taten aufzuklären, nimmt die Sache nicht ganz ernst, versucht aber immerhin provisorisch, mit ein paar präventiven Massnahmen, ein mögliches Drama abzuwenden. Ein Fehler, wie sich herausstellt.
CD 2: Maigret und der gelbe Hund
Die Honoratioren eines bretonischen Hafenstädtchens treffen sich regelmäßig im Hotel "Admiral". Als einer von ihnen auf dem Heimweg angeschossen wird, kommt Kommissar Maigret ins Spiel. Bald zeigt sich, dass der Schuss aus dem Hinterhalt der Beginn einer Serie mysteriöser Anschläge auf die Stammtischrunde ist. Anlass zu wilden Spekulationen gibt der Umstand, dass alle diese Angriffe vom Auftauchen eines gelben Hundes begleitet sind, der sich in der Nähe des Hotels herumtreiben soll - obwohl die Kellnerin Emma beteuert, das Tier nie zuvor gesehen zu haben.
CD 3: Maigret und die Bohnenstange
Der Safeknacker findet und verliert eine Leiche
Ernestine Jussiaume, die Bohnenstange genannt und einst von Maigret verhaftet, meldet sich beim Kommissar und bittet ihn um Hilfe für ihren safeknackenden Mann, der auf einer seiner Touren eine Leiche entdeckt und vor Schreck Reißaus genommen hat. In der fraglichen Villa will man nichts wissen von einem Einbruch und von einer Leiche - eine Geschichte, die man einem Maigret nicht erzählen darf…Georges Simenon (1903-1989) wurde in Lüttich geboren und lebte ab 1957 in der Schweiz. Er gilt als einer der besten französisch-sprachigen Kriminalautoren.
CD 4: Maigret und die Groschenschenke
In der Groschenschenke, einem Ausflugslokal an der Seine, verkehrten einst Schiffer und Arbeiter. Jetzt trifft sich hier eine ebenso merkwürdige wie gemischte Gesellschaft von Pariser Geschäftsleuten und ihren Frauen. Von einem zum Tode verurteilten Bandenchef erfährt Kommissar Maigret, dass ein Stammgast der Groschenschenke acht Jahre zuvor eine Leiche ins Wasser geworfen haben soll, ohne dass das Verbrechen jemals bekannt wurde. Erst als vor seinen Augen ein Mann erschossen wird, wittert Maigret einen Zusammenhang zwischen den beiden Todesfällen.
CD 5: Maigret und die schrecklichen Kinder
In einem kleinen Dorf an der französischen Küste wird eine Postangestellte ermordet. Als Hauptverdächtiger gilt der Dorflehrer, der jedoch Kommissar Mairget selber um Hilfe bittet. Schon bald stellt er fest, daß die Dorfbewohner alle unter einer Decke stecken und sogar die Kinder dabei mitspielen. Maigret muß zu äußerst unorthodoxen Methoden greifen.
Hörbuch-Kritik von Andrea M-K,
Komissar Maigret, welcher von dem bekannten Schauspieler Paul Dahlke verkörpert wird, ist ein eher unangenehmer Zeitgenosse. Sein Auftreten zeugt weniger von den Manieren eines Gentleman wie Paul Temple, sondern eher vom Schlage "Ich Chef - Du nix". Die Person Maigret wird nicht über Emotionen vermittelt, denn selbst zu seiner eigenen Frau hält Maigret eine eher bittere Distanz, spricht er sie doch immer mit "Frau Maigret" an.
Die Geschichten an sich sind kurzweilig und erstrecken sich allesamt jeweils über eine CD. Da ist es natürlich auch nicht verwunderlich, daß die Handlung keine große Tiefe bekommt und der Kreis der Personen relativ überschaubar und klein gehalten wird. Dabei ist es zwar nicht voraussehbar, wer am Ende der Täter ist - allerdings will auch keine wirkliche Überraschung eintreten.
Maigrets Fälle kommen ohne Blut, mit wenigen Schüsse und mit unspektakulären Leichen aus.
Kurz vor Ende eines jeden Falls wird die Handlung nochmals zusammengefasst und unter Zusammenkunft fast aller Personen der Fall gelöst.
Vielleicht liegt es auch an der Zeit (um 1960) in der die Hörspiele produziert worden sind - aber irgendwie wollte der Funke nicht so recht überspringen. Als Zuhörer kann man sich nicht so sehr in die Handlung reinversetzen, wie es trotz ähnlicher Zeit, bei Paul Temple der Fall ist.
Die Produktionen kommen mit relativ wenig Geräuschen zur Bildung der Atmosphäre aus, warum dann aber gerade auf "Biertrinkgeräusche" und Schnarchen so sehr wert gelegt worden ist bleibt rätselhaft.
Die 5. CD der Sammlung fällt allerdings etwas aus dem rahmen denn die übrigen Tonträger gebildet haben. Kommissar Maigret wir hier von einem anderen Sprecher (Willhelm Borchert) in Szene gesetzt, was der Persönlichkeit des Kommisars mehr als positiv zuträglich ist.
Stimmensammler werden dennoch begeistert von der mit bekannten Schauspielern angereicherten Bestezungsliste sein. Hier finden sich Namen wie Paul Dahlke, Klausjürgen Wussow, Hans Clarin, Horst Frank und andere.
Die Hörspielproduktionen zählen zwar nicht zu den Hochkarätern ihres Genres, dennoch kommt ein wenig Unterhaltung auf und für die ein oder andere Autofahrt sind die Nostalgischen "Schätze" dann doch einsetzbar.
zum Autor
Georges Simenon
Geboren am 13. Februar 1903 in Lüttich. 1919 fing er als Reporter für die "Gazette de Liège" mit dem Schreiben an. 1922 Übersiedlung nach Paris. 1945 verließ Simenon mit seiner Familie Europa und ging nach New York und Kanada. Weltbekannt wurde er durch seine Kriminalromane um die Gestalt des Kommissars Maigret, die ihn zum erfolgreichsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts machten. Unter den über 300 Romanen verfaßte Simenon auch psychologische Romane mit ausgezeichneten Milieuschilderungen sowie autobiographische Arbeiten, Reiseberichte und Reportagen. Er starb am 4. September 1989 in Lausanne.